Südlaos - Bergdörfer und Mekonginseln

Wir sind mit den Kindern unterwegs und bereisen wieder einmal entspannt nur einen kleinen Teil des Landes. Dafür ist genügend Zeit für Entdeckungen und kleine Abenteuer.

Reisebericht Familie Reischl


Ankommen

Meist kommt man über das hübsche Luang Prabang in Laos an, wir haben uns diesesmal entschieden über Ubon Ratchathani in Thailand einzureisen. Die Stadt liegt verkehrsgünstig im Dreiländereck Thailand, Laos und Kambodscha und der Flughafen unweit der Innenstadt. Wir bleiben nur eine Nacht, verzichten also auf großartige Besichtigungen und gönnen uns lieber eine Massage und Pause am Pool.

Der nächste Tag beginnt mit pünktlicher Abholung und Transfer zur Grenze. Hier in Chong Mek wird das Auto gewechselt und unser thailändischer Fahrer und Guide begleitet uns zu Fuß auf die laotische Seite. Dort übernimmt uns sein laotischer Kollege, der sich auch darum kümmert, dass das Gepäck wieder neu verstaut wird.  Das Service ist also perfekt. Wir sind vorbereitet, pro Person 35,- USD in kleinen Scheinen und Foto haben wir zur Hand, aber der Personen Grenzverkehr ist beachtlich und so vergeht rund 1 Stunde bis wir auf der laotischen Seite unsere Visa und Pässe wieder haben. Egal, wir unterhalten uns inzwischen mit den anderen Wartenden und sehen den einheimischen Kindern beim Spielen zu. In Laos geht alles seinen gemütlichen Gang, hier haben wir noch nie jemand in Hektik erlebt.

Es geht knapp 2 Stunden in Richtung Pakse, wo wir unseren laotischen Guide Mr. Thammanoune kennenlernen. Er begleitet uns zu einer Wechselstube, wo wir uns mit laotischen Kip eindecken. Das Warten hat sich gelohnt, der Wechselkurs ist tatsächlich um einiges besser als an der Grenzstation!

 

Dann wollen wir mal sehen, was wir für unsere Kip bekommen! Der Magen knurrt und wir gehen ins Restaurant Daolin, dass uns Mr. Thamanoune empfiehlt. Das Essen ist authentisch, schmeckt auch den Kindern und auch die Preise auf der Rechnung sind recht bekömmlich. Vier Hauptspeisen und zweimal frischgepresster Zitronensaft und zwei Softdrinks schlugen sich mit rund EUR 13,- zu Buche. Und das in einem korrekten Restaurant, nicht in der Garküche an der Straße!


Don Khong

Weiter geht es in unserem Minibus am linken Mekong Ufer entlang, eine Weile stromabwärts bis zur Brücke nach Don Khong oder Khong Island, eine Insel mitten im Mekong. Kurz nach 16 Uhr sind wir am Pon Arena Hotel und beziehen unsere Zimmer.
 

Auf der Insel gibt es kleine Fischerdörfer, wir fahren noch zum Vat Hangkhong, dem ältesten Tempel auf der Insel und besuchen eine Bauernfamilie, die neben der Straße Palmzucker herstellt. Wir sind alle total fasziniert, dass alle Arbeitsschritte händisch erfolgen und der Zucker einfach in der Sonne trocknet. Palmzucker wird nicht an vielen Orten produziert und gilt bei den Einheimischen als Medizin. Wir dürfen natürlich kosten und erstehen am kleinen Verkaufsstand unser erstes Urlaubsmitbringsel.

Zum Sonnenuntergang sind wir wieder zurück im Hotel. Das Pon Arena Hotel hat einen sehr schönen Restaurant Bereich auf einer Terrasse in 10 Metern Höhe über dem Mekong mit tollem Panorama Ausblick. Wie es sich in Laos gehört, lassen wir den Tag mit einem Beer Lao ausklingen.

 

Die 4000 Inseln

Nach einem gemütlichen Frühstück auf der Hotelterrasse wird unser Gepäck direkt unter dem Pon Arena Hotel auf ein Longtail Boot verladen. Wir wollen Siphandone erkunden, die Gegend der 4.000 Mekong Inseln. Das Auto kann man mangels Brücken und Straßen hierfür nicht verwenden, daher vereinbart unser Guide einen Treffpunkt mit dem Fahrer nach 2 Tagen. Mr. Thammanoune, unser Guide, kommt mit aufs Boot und das Abenteuer kann beginnen. Wir gleiten gemächlich stromabwärts auf breiten, dann wieder auf engen Stellen zwischen den Mekong Inseln hindurch. Die vorbeiziehende Landschaft ist fantastisch, hin und wieder sehen wir große Vögel am Flussufer sitzen. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichen wir die Nordspitze der Insel Don Det. Die Insel gilt als Pflichtziel für Backpacker in Südlaos. Zahlreiche Bars und einfache Gästehäuser säumen das Ufer. Wir schlendern durch die Ortschaft und steigen am südlichen Ende wieder in unser Longtail Boot. 

Mr. Thammanoune hat Tuktuks organisiert und wir fahren zu dem Li Phi Wasserfällen. Da ich bereits die Iguazu Fälle in Südamerika und die hohen Yosemite Falls in Nordamerika kenne, zwei absolute Naturwunder, hatte ich ehrlich gesagt nicht allzu viel erwartet. Und wurde doch eines besseren belehrt: Die tosenden Fälle, die sich über einige hundert Meter erstrecken sind nämlich ein echtes Must-see. Unten am Fuß der Wasserfälle wartet eine Bar mit Liegestühlen und einem kleinen Sandstrand auf die Besucher, man kann sogar ins Wasser gehen: Doch Vorsicht: Nur bis zur Absperrung, mit der die gefährliche Strömung markiert ist.  Mittags jausen wir in dem neuen Restaurant am oberen Ende der Fälle, von wo aus wir einen herrlichen Blick über das Naturschauspiel haben.

Zurück bei den Tuktuks, geht es weiter an die Südspitze der Insel. Während der Kolonialzeit haben hier die Franzosen ihre Waren auf die Schmalspurbahn verladen, mit der die Mekongfälle umfahren wurden. Reste der Gleisanlagen, der alten Eisenbahnbrücke und sogar die ausrangierte Dampflock sind noch immer zu besichtigen.

Delphine am Mekong

Doch wir sind nicht der kolonialen Relikte wegen hierher gekommen, sondern wir wollen einen der wenigen noch lebenden Mekong-Delphine sehen, von denen es hier gerade mal noch eine handvoll Exemplare gibt. Mr. Thammanoune beantwortet meine Frage nach unseren Chancen asiatisch gelassen: „Manchmal sieht man einen, manchmal nicht“. Die besten Aussichten bestehen laut Reiseführer in der Morgen- bzw. Abenddämmerung. Es ist halb fünf, die Sonne steht flach am Horizont. Wir fragen einen britischen Touristen, dessen Boot anlegt. Nein, er hat keinen der Delphine gesehen und wünscht uns Glück.

Unser Boot liegt bereit, es geht los! Wir fahren ein Stück auf dem breiten Mekong, das Ufer auf der gegenüberliegenden Seite gehört schon zu Kambodscha. An dieser Seite scheint das Wasser still zu stehen, von der nördlichen, laotischen Seite fließen immer wieder Nebenarme mit starker Strömung in das breite Flussbecken. 

In der Ferne sind noch drei weitere Touristenboote zu sehen, ab und an zieht ein Fischerboot vorbei. Unser Fahrer stellt immer wieder den Motor ab und wir treiben in absoluter Stille dahin. Und dann passiert es. Stromabwärts hat unser Bootsführer etwa gesehen, wir bewegen uns mit gedrosseltem Motor darauf zu und sehen plötzlich direkt vor unserem Boot zwei Delfine auftauchen. Wir halten Abstand und verweilen in dem Areal und sehen die beiden in der nächsten halben Stunde an immer anderen Stellen auftauchen, mal allein, mal zu zweit. Wir lassen unsere Kameras liegen und genießen einfach den Anblick.

Irgendwann steht die Sonne niedrig und wir machen uns auf dem Heimweg, noch ganz verzaubert von diesem Nachmittag. Dieser wunderbare Tag klingt mit einem Abendessen mit Klao niaw (Klebreis), Khausoy, der einfacheren Variante der vietnamesischen „Pho“ und diversen kühlen Beer Lao aus auf der Hotelterrasse aus. 

Süsses Nichtstun

Heute steht ein für viele Reisende nur schwer umzusetzendes Vorhaben an: Nichtstun. Für uns bedeutet das vor allem eines: Ausschlafen. Den Jetlag haben wir nach den letzten drei Nächten hinter uns gelassen, jetzt freuen wir uns vor allem darauf, von allem einmal frei zu haben. Wir sind ja schließlich im Urlaub!

Erst einmal ausgiebig frühstücken. Nebenan ist der Hauptanlegeplatz des Ortes, hier ist praktisch immer etwas los. Ich lasse die „Seele baumeln“ und schaue entspannt dem bunten Treiben zu. Alltag in Laos ist eben anders als in Wien. Unser Guide schaut kurz vorbei, ob alles in Ordnung ist, er hat heute auch frei und zurückfahren nach Pakse zahlt sich für ihn nicht aus.

Meiner besseren Hälfte und dem jüngeren Sohn ist nach „Chillen“, der Ältere verlangt nach Action. Wir mieten uns Fahrräder zu je 10.000,- Kip (etwa ein EURO) und radeln noch einmal zu den Li Phi Wasserfällen, fahren unterwegs ein paar Nebenwege und kleinere Wasserfälle auf der Insel ab. Und ohne besorgte Blicke von der Mutter zu ernten, hält uns nichts davon ab, Sandstrand und Strömung des Mekong bis zum Absperrseil zu erforschen.

Wasserfälle

Und täglich grüßt das Murmeltier: Wieder sitzen wir auf der Terrasse und Mr. Thammanoune kommt vorbei. Er hat ein Boot organisiert, das uns mit gut einer Viertelstunde Fahrzeit nach Ban Nakaseng bringt. Der Hauptort der Gegend bietet übrigens genügend Möglichkeiten, seine alltäglichen Einkäufe zu erledigen, die auf den Inseln zum Leben gebraucht werden. In Ban Nakaseng wartet bereits ein Fahrer auf uns, der zu einem nahegelegenen Mekong Fall bringt, dem Khone Phapheng Wasserfall.  Die Uferwege sind gut ausgebaut und nicht nur das: Man kann sich sogar mit einem Golfcart zum schönsten Ausblick fahren lassen.

Khone Phapheng Wasserfall im Süden von Laos Indochina

Wir sind, und das ist, wenn man die Infrastruktur mit Restaurants, Parkplatz und Souvenirshop sieht, überraschend, beinahe die einzigen Touristen. Vielleicht haben wir einfach einen günstigen Moment erwischt, vielleicht kommen die Tagesbesucher aus Pakse erst später.  Anschließend fahren wir weiter, nach Norden, denn wir wollen heute zum Boulaven Plateau, bekannt für sein kühles Klima, die spektakulären Wasserfälle und zahlreichen Kaffeeplantagen.

Bei den Holzschnitzern

Vorher jedoch machen wir Halt in Ban Nong Beung, einem „Schnitzerdorf“ der Ta Oy. Die ethnische Minderheit ist für ihre Schnitzkünste berühmt, in beinahe jedem Haus ist dieses Handwerk zu finden. Dementsprechend stehen überall an den Wegen Skulpturen und wer will, kann den Handwerkern zuschauen. Diese Szenerie, das wird schnell klar, ist keineswegs für Touristen arrangiert, sondern schlicht und einfach der Alltag der Menschen. Und deshalb gibt es in dem Dorf erfreulicherweise auch keine Souvenir-Geschäfte.

Und noch mehr Wasserfälle

Bergauf geht die Fahrt weiter. Die Straße ist gesäumt von Tee- und Kaffeeplantagen, wir halten für einen kurzen Ausblick an.  Bald erreichen wir den Tad Fane Wasserfall, wo das Wasser auf spektakuläre Weise aus dichtem Wald in die Tiefe stürzt, bestens vom Aussichtspunkt des Tad Fane Resort zu beobachten, wo wir auch zu Mittag essen. Als „Reise-Junkie“ lasse ich mir noch die Hotelanlage und ein paar Zimmer zeigen. Die sind schlicht gehalten und gepflegt und, direkt gegenüber dem Wasserfall, absolut idyllisch gelegen.

Wenige Autominuten entfernt ist der Tad Gneuang Fall gelegen, in manchen Reiseführern auch Tad Yeang oder Tad Yuang genannt, ein eher „untypischer“ Wasserfall. Seine von der Sonne beschienene Gischt strahlt in einem bunten Regenbogen, rundherum ist es geradezu leuchtend grün. Auf den umliegenden Wiesen sieht man ab und an Einheimische beim Picknick. Später sehe ich auf dem Satellitenbild, dass beide Wasserfälle aus demselben Fluss gespeist werden, der erst die Tad Fane Fälle und dann den Tad Gneuang hinunter stürzt.

Das Boulavenplateau

Nach diesem beeindruckendem Naturschauspiel erreichen wir unser nächstes Quartier, das Sinouk Coffee Resort.  Der Name ist Programm, das Resort liegt in einer Kaffeeplantage. Ein kleiner Bach fließt hindurch und im Hotelgarten blüht ein Blumenmeer, wo man mit etwas Glück riesige Schmetterlingsfalter beobachten kann. Mir ist im Hotelgarten ein Falter mit rund 20 cm Flügelspannweite begegnet, ein  solches Exemplar hatte ich zuvor nur auf Schmetterlingsfarmen gesehen, doch noch nie in freier Natur. Wir sind in einem Chalet untergebracht und die Kinder im ehemaigen Haus des Besitzers, direkt am Fluss und eingerichtet wie ein Museum. Wir fühlen uns wie in die Kolonialzeit zurückversetzt und genießen zwischendurch die hier kühlere Luft am Hochplateau und die traumhafte Gartenanlage.

Minderheitendörfer am Boulavenplateau

Nach dem Frühstück statten wir mehrere kleinen Dörfern einen Besuch ab, in denen ethnische Minderheiten leben. Hier leben die Menschen tatsächlich noch abgeschieden, teilweise mit animistischem Glauben. In dem Dorf der Alak-Minderheit werden bis auf den heutigen Tag Wasserbüffel geopfert, wenn im Dorf ein Unglück geschehen ist. Nach einem Stopp beim Tad Lo Wasserfall geht es zu einem Dorf, in dem die Gnea-Minderheit lebt, die ebenfalls Büffel opfert. Wieder ein Dorf weiter, bei der Katou-Minderheit, herrscht noch Polygamie. Wir bewundern Webarbeiten, spielen Fussball mit den Kindern und staunen einfach über die unterschiedliche Kultur. Unser Besuch des Boulaven Plateaus wird mit einem Abstecher in das Pha Suam Ethnik Museum abgerundet, in den dem die verschiedenen Hausformen der zahlreichen laotischen Minderheiten sowie deren unterschiedlichste Handwerksgegenstände ausgestellt sind. Wir sind froh, dass uns Mr. Thamanoune immer noch begleitet und die verschiedenen Bräuche erklärt.

UNESCO Weltkulturerbe

Wat Phu eindrucksvolles UNESCO Welterbe in Suedlaos

Es geht weiter, nach Campasak. zu den Ruinen des Vat Phou Champasak, ein absolutes Highlight jeder Laos-Reise. 2001 zur UNESCO Welterbestätte erklärt, zählt das Khmer-Heiligtum aus dem 5. Jahrhundert zu den Top-Sehenswürdigkeiten des Landes. Der Aufstieg auf die oberste Ebene wird mit einer fantastischen Aussicht und frischem Wasser aus der heiligen Quelle  belohnt.

Wir fahren weiter, zu unserem Hotel, dem The River Resort in Champasak. Am Flussufer des Mekongs gelegen, hat man aus den Hotelzimmern einen wunderbarem Ausblick auf den Mekong. Und: Heben Sie sich Ihren Hunger für das hervorragende Restaurant dort auf!

Unser letzter Tag in Laos. Am Swimmingpool lassen wir die Stationen unserer Reise noch einmal Revue passieren. Am frühen Nachmittag dann geht unser Transfer mit dem Auto zurück über die Grenze nach Thailand, weiter zum Flughafen nach Ubon Ratchathani.  Von dort aus nehmen wir den Abendflug nach Bangkok.

 

Und wie war die Reise?

Ich finde, die Gegend, in der wir unterwegs waren, wird bei vielen Laos- und Indochina-Reisen zu Unrecht ausgespart. Es war eine sehr entspannte Reise, die der ganzen Familie gut gefallen hat. Im südlichen Laos liegen viele Perlen beieinander, die ohne lange Fahrten oder Flüge gut zu erreichen sind, hier bekommt man einen Einblick in das ursprüngliche Dorfleben und die unterschiedlichen Landschaften am Mekong sind einfach faszinierend.  

Sie haben auch Lust auf Laos?

Insgesamt hat unsere Reise nach Indochina natürlich länger als sechs Tage gedauert. Laos war dabei nur eine von mehreren Stationen, die wir uns für unser Zeitfenster "zusammengebaut" haben.

Das können Sie auch: Bewährte Reisebausteine miteinander kombinieren. Ob wie wir als Familie, zu zweit oder in einer Gruppe. Suchen Sie sich mit uns das Besondere aus, das Sie in Ihrem Urlaub erleben möchten!


Länderkombinationen

Laos lässt sich auch wunderbar mit den anderen Ländern Indochinas verbinden oder mit einem Badeurlaub in Thailand. Wir haben einige Vorschläge zusammengestellt, aber kommen Sie einfach mit Ihren Reisewünschen zu uns, wir erstellen auch für Sie die Traumkombination!

 

Kontakt

+43 1 890 77 00 office@zugvogeltouristik.at

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